Über Software zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern

MSDS-EuropeKompass zur Chemikaliensicherheit – Software für die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern

 

In unserer fast zwei Jahrzehnte langen Berufserfahrung auf dem Gebiet der Chemikaliensicherheit wurden die meisten fremdsprachigen Sicherheitsdatenblätter, mit denen wir gearbeitet haben, von Software erstellt. Daher kennen wir das mit SDS-Software erstellte Endprodukt sehr gut.

Aufgrund unserer ungünstigen Erfahrungen hat unser Unternehmen aus fachlichen Erwägungen stets auf die Verwendung von Software zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern verzichtet und diese auch nicht weiterempfohlen.

 

Das Funktionsprinzip und die wichtigsten Leistungen von SDB-Software

 

Software zur Übersetzung von Sicherheitsdatenblättern erstellt fremdsprachige Datenblätter – ähnlich wie andere Übersetzungsprogramme – auf Grundlage übereinstimmender Sätze.

Ihre Funktion basiert auf „Archiven“, die für jedes Sprachenmodul separat erworben werden können. Diese enthalten die Übersetzungen der in den Datenblättern typischerweise vorkommenden Sätze.

Im Zuge des Übersetzungsprozesses ersetzt die Software im Falle einer Übereinstimmung die Sätze der „Ausgangssprache“ durch die entsprechenden Sätze der „Zielsprache“.

Die speziell auf die Übersetzung von Sicherheitsdatenblättern ausgerichteten Programme bieten selbstverständlich auch weitere Funktionen, wie z. B.:

  • Anhand der CAS-Nummern werden Komponenten entsprechend den geltenden (bzw. in der Software hinterlegten) Stofflisten „zugeordnet“,
  • den Stoffen werden Expositionsgrenzwerte zugeordnet,
  • vorgeschriebene Schutzmaßnahmen werden mit Piktogrammen verdeutlicht (nicht mit CLP-Gefahrenpiktogrammen),
  • Gefahrenklassen des jeweiligen Produkts sowie seine H- und P-Sätze werden definiert (anhand der Komponenten und der in den Rechtsvorschriften festgelegten Konzentrationsgrenzwerte),
  • zusätzliche Module zur Einordnung und Systematisierung können ebenfalls enthalten sein.

 

Die Vorteile von SDS-Software

  • Es können große Mengen an Sicherheitsdatenblättern verarbeitet werden.
  • Die Software ist in der Lage, in mehrere Sprachen zu übersetzen (sofern die entsprechenden Sprachenmodule erworben wurden).
  • Schnelligkeit.
  • Kosteneffizienz – allerdings nur bei besonders großen Mengen (wenn man die durch fachliche Mängel verursachten Schäden außer Acht lässt).
  • Funktionen zur Einordnung und Systematisierung.

 

Die Nachteile von SDS-Software

Fachliche Mängel

  • Fehler bei der Ermittlung der Gefahrenklasse gehen zulasten des Software-Anwenders.
  • Fachliche Fehler des „ursprünglichen“ Sicherheitsdatenblatts werden durch die Software ohne Korrektur auch in die übersetzten Sicherheitsdatenblätter übernommen.
  • Das Sicherheitsdatenblatt kann nicht übersetzte Teile enthalten (Sätze, die keine vollständige Übereinstimmung mit den Sätzen des „Übersetzungsarchivs“ aufweisen, können vom Programm nicht verarbeitet werden).
  • Sätze, Begriffe und Stoffbezeichnungen können fehlerhaft übersetzt sein (es ist nicht gewährleistet, dass alle im Übersetzungsarchiv enthaltenen Sätze korrekt übersetzt wurden).
  • Fehlende Daten werden nicht ergänzt (z. B. EG-Nummern, Expositionsgrenzwerte usw.).
  • Da die Software nur auf Basis allgemein gültiger EU-Vorschriften arbeitet, berücksichtigt sie kleinere und größere Abweichungen in den nationalen Regelungen der Zielländer nicht.

 

Sonstige Nachteile (nicht-fachlicher Bereich)

  • Es entsteht nicht nur eine einmalige finanzielle Ausgabe. Der Erwerb verschiedener Sprachenmodule und Updates verursacht zusätzliche Kosten.
  • Die Software muss betrieben werden, sodass auch personalbezogene Kosten entstehen.
  • Sie ist erst ab einer gewissen Anzahl von Sicherheitsdatenblättern kosteneffizient.
  • Der Anwender erhält nur Softwaresupport. Bei Fragen zur Chemikaliensicherheit und anderen Problemen ist er weitgehend auf sich allein gestellt.
  • Im Falle behördlicher Einwände ist der Anwender häufig nicht in der Lage, das Sicherheitsdatenblatt fachgerecht zu ändern bzw. zu korrigieren.

 

Wir bieten folgende Dienstleistungen an

 

Schnelle Fragen und Antworten

Geht die Erstellung eines SDB mit Software schneller als mit einem Fachmann?

Ja, aber Software übernimmt fachliche Fehler oft unverändert, sodass es am Ende teurer werden kann.

Wer haftet für eine falsche Gefahreneinstufung bei Softwareeinsatz?

Die volle rechtliche Verantwortung trägt das Unternehmen, das das SDB erstellt und in Verkehr bringt bzw. die Software einsetzt.

Wann kann SDB-Software trotzdem kosteneffizient sein?

Nur bei einem sehr großen SDB-Portfolio und bei gleichzeitig vorhandener interner Fachkompetenz im Bereich Chemikaliensicherheit.