MSDS-Europe – Kompass zur chemischen Sicherheit – Lagerungsvorschriften für Chemikalien im Haushalt
Kurzfassung: Die sichere Lagerung von Haushaltschemikalien ist einer der wichtigsten Schritte zur Vermeidung von Unfällen.
Das Kennzeichnungsetikett liefert die zuverlässigsten Informationen zu Lagerung, Verwendung und Entsorgung.
In den kommenden Jahren wird es durch die Zunahme des Online-Handels, der digitale Kennzeichnung und Nachfüllung-Lösungen noch wichtiger, die Gefahrenkommunikation bewusst und konsequent zu interpretieren.
Wasch- und Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel, Lösungsmittel, Klebstoffe sowie bestimmter Haushaltsbedarf (zum Beispiel Batterien) können Gesundheits-, Brand- oder Umweltrisiken bergen.
Das Ziel ist nicht, „Angst davor zu haben“, sondern die Grundprinzipien bei Lagerung und Anwendung konsequent einzuhalten.
Was möchten Menschen am häufigsten über die Lagerung von Haushaltschemikalien wissen?
Typische Fragen von Verbraucherinnen und Verbrauchern drehen sich um:
Dieser Artikel gibt praktische, leicht umsetzbare Antworten auf die Fragen oben.
Als ersten Schritt sollten Sie immer das Kennzeichnungsetikett des Produkts lesen und die dort genannten Hinweise zur Lagerung und Verwendung als primäre Orientierung betrachten.
Der Inhalt des Kennzeichnungsetiketts ist stets produktspezifisch. Seine Formulierungen entstehen unter strengen gesetzlichen Vorgaben und dienen dem Schutz der Anwender.
Das Kennzeichnungsetikett enthält die Informationen, die Sie zu Gefahren, sicherer Anwendung, Lagerung und Entsorgung kennen müssen.
Zwei Elemente des Kennzeichnungsetiketts, die man kennen sollte:
Das Kennzeichnungsetikett ist kein „Kleingedrucktes, das man über sich ergehen lassen muss“; es ist der schnellste Weg zu verstehen, wo, wie und unter welchen Bedingungen ein Produkt sicher gelagert werden kann.
Faustregel: Lagern Sie Chemikalien in der originalen Verpackung.
Ist ein Umfüllen in ein kleineres Gebinde dennoch unvermeidbar, verwenden Sie nach Möglichkeit eine leere Originalflasche desselben Produkts und stellen Sie sicher, dass die Kennzeichnungsangaben lesbar bleiben (Produktname, Signalwort, Gefahrenhinweise, Sicherheitshinweise).
Das Umfüllen in Lebensmittel- oder Getränkebehälter ist verboten und extrem gefährlich. Füllen Sie Chemikalien niemals in Behälter um, die für Kinder besonders attraktiv wirken könnten.
Schließen Sie den Behälter nach der Anwendung sofort und stellen Sie das Produkt an seinen vorgesehenen Platz zurück. (Ein großer Teil der Unfälle passiert nicht im Schrank, sondern bei Produkten, die „nur kurz“ stehen gelassen werden.) Ihr Kind findet eine vergessene Chemikalie schneller, als Sie denken.
Seltene Nutzung oder das Anlegen großer Vorräte kann dazu führen, dass einzelne Produkte über längere Zeit „in Vergessenheit geraten“. Prüfen Sie Ihre Bestände daher regelmäßig und vergewissern Sie sich, dass es keine unbeabsichtigten Verschüttungen oder Leckagen gab.
Lagern Sie sie auf niedrigen Regalböden oder direkt am Boden. Bestimmte Säuren sollten nicht zusammen mit entzündbaren und brennbaren Materialien gelagert werden (der Einfachheit halber betrachten Sie dies als allgemeine Regel).
Trennen Sie Säuren und Laugen im Lagerbereich, damit sie sich bei einem unbeabsichtigten Auslaufen nicht vermischen können.
Zur Vermeidung von Leckagen stellen Sie eine Auffangwanne unter das Produkt. Tritt dennoch etwas aus, nehmen Sie es mit einem neutralen Bindemittel auf (z. B. Sand).
Der Irrglaube, dass „zwei starke Reinigungsmittel zusammen noch wirksamer sind“, kann zu schweren Unfällen führen. Besonders riskant ist es, wenn sich Dämpfe in einem engen Raum (Bad, WC) vermischen.
| Kombination | Was kann passieren? | Folge |
|---|---|---|
| Bleichmittel (Hypochlorit-Bleichmittel) + saurer Entkalker / Essig | Es können reizende, toxische Gase entstehen (z. B. Chlor) | Reizung der Atemwege, Unwohlsein |
| Bleichmittel + ammoniakhaltiges Produkt | Es können reizende Gase entstehen | Husten, Beschwerden im Brustbereich |
| Mehrere verschiedene Rohrreiniger nacheinander verwenden | Heftige Reaktion, Wärmeentwicklung | Verätzungen, Spritzer, Dämpfe |
Wenn Sie unsicher sind, experimentieren Sie nicht: Halten Sie sich an das Prinzip „ein Produkt – eine Aufgabe“ und befolgen Sie die Angaben auf dem Kennzeichnungsetikett.
Flüssige Waschmittelkapseln sind hochkonzentrierte Gemische; zudem kann die Außenhülle leicht beschädigt werden. Hersteller- und Behördenkampagnen betonen daher: stets außerhalb der Reichweite von Kindern, in der Originalverpackung und gut verschlossen aufbewahren.
Nachfüllstationen und Nachfüllung-Packungen können zunehmend verbreitet sein. Sie können aus Umweltsicht vorteilhaft sein, sind aber nur dann sicher, wenn Identifizierbarkeit und Kennzeichnung nicht beeinträchtigt werden.
Ein häufiges Missverständnis ist, dass „natürlich“ automatisch harmlos bedeutet.
Auch einige ätherische Öle und komplexe Stoffe können reizende oder allergene Eigenschaften haben.
Bei Haushaltsrisiken nehmen Brände im Zusammenhang mit Lithium-Ionen-Batterien an Bedeutung zu.
Empfehlungen zur Brandprävention raten, beschädigte/aufgeblähte Batterien nicht weiter zu verwenden, möglichst unter Aufsicht zu laden und Ladegerät sowie Ladeumgebung von brennbaren Materialien fernzuhalten.
In den nächsten Jahren wird die Gefahrenkommunikation in mehreren Punkten „sichtbarer“:
Das Kennzeichnungsetikett sollte immer auch die Kontaktdaten des Lieferanten enthalten.
Wenn Sie die Angaben auf dem Kennzeichnungsetikett nicht für ausreichend halten, können Sie das Sicherheitsdatenblatt (SDB) zum Produkt auf der Website des Vertreibers suchen – es enthält deutlich detailliertere Informationen als die Kennzeichnung.
Für Haushaltsreiniger und chemische Produkte, die für die breite Öffentlichkeit bestimmt sind, halten wir die Verwendung eines SDB jedoch in der Regel nicht für erforderlich (und es ist rechtlich meist auch nicht vorgesehen, dass es Verbraucherinnen und Verbrauchern routinemäßig ausgehändigt wird).
Zudem können Informationen in einem SDB bei Laien häufig zu Fehlinterpretationen führen.
Kernpunkte sicherer Lagerung: Kennzeichnungsetikett lesen, trennen, Umfüllen vermeiden, geeignete Bedingungen schaffen, regelmäßig kontrollieren. Diese Schritte können das Risiko von Haushaltsunfällen deutlich senken.
Empfohlener nächster Schritt: Führen Sie einen „Chemikaliensicherheits-Check im Haushalt“ durch – prüfen Sie Ihre Bestände, legen Sie einen abschließbaren Lagerort fest und trennen Sie risikoreichere Produktgruppen. Bei weiteren Fragen kann eine fachliche Beratung sinnvoll sein.
Kontaktieren Sie unseren Kundendienst, oder stellen Sie Ihre Frage online an unsere Experten.